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„Vom Schlag getroffen“ - Schlaganfall: Ursachen und Vorbeugung
Aus dem Leben gegriffen: Frau M. steht gerade im Supermarkt an der Kassa und will bezahlen, als sie bemerkt, dass sie plötzlich die Geldbörse mit ihrer rechten Hand nicht mehr öffnen kann. Als sie die Kassierin um Hilfe bitten will, bringt sie kein Wort heraus, das rechte Bein gibt nach. Die Kassiererin erkennt die Situation richtig und ruft sofort die Rettung. Diese bringt Frau M. ins nächste Krankenhaus auf eine „ Stroke unit“ - eine Schlaganfallintensivstation mit der Verdachtsdiagnose Schlaganfall. Im Krankenhaus wird sofort eine Computertomografie des Gehirns durchgeführt. Als die Bilder fertig sind, steht die Diagnose Schlaganfall fest. Frau M. wird nun mit einem speziellen, blutgerinnungshemmendem Medikament behandelt. Am nächsten Tag geht es ihr besser. Die Hand fühlt sich nicht mehr so fremd an und auch das Sprechen geht schon besser. In den folgenden Tagen wird Frau M. von Kopf bis Fuß untersucht um die Ursache des Schlaganfalles zu finden. Der Blutdruck ist zu hoch und der Zucker ist schlecht eingestellt gewesen, auch das Herz schlägt unregelmäßig. Gleichzeitig erhält Frau M. Physiotherapie und Ergotherapie sowie Logopädie. Mit Hilfe der TherapeutInnen lernt Frau M. wieder gehen und ihre rechte Hand besser zu bewegen. Auch das Sprechen wird wieder deutlicher. Nach zwei Wochen wird Frau M. in ein Rehabilitationszentrum überstellt, wo sie weiter trainieren wird, damit sie wieder in ihrer Wohnung leben kann.
Was ist ein Schlaganfall?
Ein Schlaganfall ist eine plötzlich auftretende Durchblutungsstörung im Gehirn, wobei es zum Absterben von Nervenzellen kommt. Diese erhalten über das Blut lebenswichtigen Sauerstoff. Auf Sauerstoffmangel reagieren Nervenzellen besonders empfindlich und sterben ab, was schwerwiegende Folgen hat. Das Ausmaß der neurologischen Ausfälle hängt davon ab, wie groß das geschädigte Hirnareal ist und für welche Funktionen dieses gebraucht wird. 80% der Schlaganfälle entstehen durch ein Blutgerinsel, das eine Gehirnarterie verstopft. Diese kann durch einen Embolus, also Teile eines Blutgerinsels, das sich im Herzen, in der Hauptschlagader oder den Halsschlagadern bildet, entstehen. Oder es entsteht direkt in der Hirnarterie ein Blutgerinsel. Häufig kommt es auf dem Boden einer Arteriosklerose (Gefäßverkalkung) zu einem Schlaganfall. Durch Arteriosklerose verkleinert sich der Durchmesser eines Blutgefäßes bis es dann zum Verschluss kommt. Dadurch kommt es zu einer Minderdurchblutung des betroffenen Gehirnareales und in der Folge zum Absterben von Nervenzellen. Wenn die Blutversorgung nur kurzfristig unterbrochen ist, kommt es zu vorübergehenden neurologischen Ausfallserscheinungen, die meist nur wenige Minuten anhalten. Man spricht dann von einer TIA (transitorisch ischämische Attacke). Diese ist jedoch wie ein Schlaganfall zu werten, da eine TIA die selben Ursachen hat und oft einem solchen voraus gehen kann. In 20% der Fälle ist eine Hirnblutung durch Platzen eines Blutgefäßes die Ursache eines Schlaganfalles. Ursachen dafür sind häufig ein hoher Blutdruck, Arteriosklerose oder Gefäßfehlbildungen.
Welche Symptome treten auf?
Das Gehirn ist wie ein Netzwerk. Jedes Hirnareal hat eine spezielle Funktion und ist mit anderen Arealen durch Nervenbahnen verbunden. Fällt nun ein Teil des Gehirnes aus, kommt es zu neurologischen Ausfällen, abhängig davon wofür dieses Hirnareal gebraucht wird.
- Es kann zu plötzlich auftretenden Lähmungen im Gesicht, an Armen und Beinen kommen. Meist ist eine Körperhälfte davon betroffen. Dazu kann ein gestörtes Berührungsempfinden kommen, welches auch meist einseitig auftritt.
- Plötzliche Verwirrtheit, Sprachstörungen, die Unfähigkeit Gesprochenes zu verstehen sind weitere typische Symptome eines Schlaganfalles.
- Manchmal kommt es zu einer Sehverschlechterung auf einer Seite des Gesichtsfeldes oder zu Doppelbildern.
- Gangunsicherheit und Schwindel mit Übelkeit und Erbrechen, welche aus heiterem Himmel auftreten oder starke noch nie dagewesene Kopfschmerzen sind typische Symptome eines Schlaganfalles.
Schlaganfall ist ein Notfall!
Oft werden die Symptome eines Schlaganfalles von den Betroffenen nicht ernst genommen. Manchmal bemerkt der Erkrankte gar nicht, dass etwas mit ihm nicht stimmt, lediglich die Umgebung nimmt die plötzliche Veränderung wahr, vor allem wenn es sich um leichte oder vorübergehende Symptome handelt. Dennoch ist Gefahr im Verzug! Eine leichte, vorübergehende Sprachstörung oder Schwäche des Armes kann ein Vorbote eines schwereren Schlaganfalles sein. Daher ist es unbedingt notwendig bei JEDEM Schlaganfall SOFORT die Rettung zu rufen!
„Time is brain“ - „Zeit ist Gehirn“.
Dieser Slogan bedeutet, dass mit jeder Minute, in welcher das betroffene Gehirnareal nicht durchblutet ist mehr Nervenzellen unwiderruflich absterben. Daher ist es enorm wichtig ist, dass der Schlaganfallpatient so schnell wie möglich ins Krankenhaus gebracht wird. Dort kann in vielen Fällen auf der „ Stroke unit“, der Schlaganfallintensivstation, das Blutgerinsel durch eine spezielle Therapie aufgelöst werden, damit die Durchblutung wieder funktioniert und die Nervenzellen wieder mit dem überlebenswichtigen Sauerstoff versorgt werden können. Doch das Zeitfenster dafür ist eng. Innerhalb der ersten drei, maximal viereinhalb Stunden muss die Behandlung stattfinden, damit dem Patienten geholfen werden kann. Folgen eines Schlaganfalls
Die Folgen eines Schlaganfalles sind unterschiedlich, abhängig davon wieviel Gehirnsubstanz geschädigt wurde. Das kann von völliger Beschwerdefreiheit bis zur schweren Behinderung reichen. Manchmal geht jedoch ein Schlaganfall auch tödlich aus. Hat ein Patient die erste Phase nach einem Schlaganfall überstanden, ist erst einmal viel Geduld und viel Training angesagt. Noch auf der Stroke unit beginnen Therapien wie Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie. Es ist wichtig, dass die Therapien frühzeitig beginnen, damit die gesunden Teile des Gehirnes die Funktionen des verloren gegangenen Hirnabschnittes neu erlernen können. Doch Lernen benötigt Zeit! Auch ein Kind lernt nicht in wenigen Tagen gehen, ebenso muss der Schlaganfallpatient verlorengegangene Funktionen wiedererlernen. Dies dauert Monate bis Jahre. Oft werden die Funktionen nicht vollständig wiedererlangt. Das Gehen ist leichter erlernbar, als zum Beispiel die Armfunktion, da diese viel komplexer ist und ein viel größeres Hirnareal beansprucht, als das Bein.
Ursachen
Vorbeugung
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